Bericht von der Hubertusbad-Konferenz

Am 27. März hatten der Förderverein Stadtbad Lichtenberg e.V. und der Liegenschaftsfonds zur Stadtbadkonferenz geladen. Schwerpunkt der Veranstaltung war die Berichterstattung des Liegenschaftsfonds über das denkmalpflegerische Gutachten zum Hubertusbad, das in seinem Auftrag angefertigt wurde. Dazu war auch der Gutachter selbst vor Ort, der einen Überblick über die wichtigsten Erkenntnisse gab.

Zuallererst wurde festgestellt, dass der bauliche Zustand des Hubertusbades stabil ist. Mit der vorhandenen Substanz lässt sich also arbeiten, eine Sanierung ist möglich. Lediglich Teile der Fassade sind einsturzgefährdet, insbesondere im Innenhof.

Betrieb als Bad ist unwahrscheinlich

Doch neben dieser guten Nachricht gab es auch eine schlechte: Der Gutachter hält es aus denkmalpflegerischer Sicht für sehr unwahrscheinlich, das Haus nochmal als Bad zu nutzen. Das sorgte in der Runde für Erstaunen: Aus Gründen des Denkmalschutzes soll die ursprüngliche Nutzung des Hubertusbades nicht mehr möglich sein? Dabei ist es doch gerade die Aufgabe des Denkmalschutzes, einen möglichst ursprünglichen Zustand zu erhalten. Der Gutachter führte hier vor allem zwei Gründe an: Erstens ist die vorhandene Gebäudetechnik komplett verrottet. Alle Leitungen, Elektrizität und restliche Technik müssten ausgebaut und ersetzt werden, wenn man sie wieder nutzen möchte. Was bei Stromleitungen noch relativ gebäudeschonend möglich ist, wird bei Klimatechnik und Wasserversorgung zu einem Problem. Dieses verschärft sich noch, wenn man in das Hubertusbad eine Gebäudetechnik einbauen will, wie sie zum Betrieb eines modernen Bades nötig ist.

Hier kommen wir zum zweiten Problem: mittlerweile haben sich die technischen Standards, die für einen Bäderbetrieb gefordert sind, weiterentwickelt. Es ist baulich schwierig, die Anforderungen an einen technisch modernen Bäderbetrieb mit der Bausubstanz aus den 20er Jahren zu vereinbaren.

Beide Gründe zusammengenommen lassen es schwierig erscheinen, im Hubertusbad wieder einen Bäderbetrieb zu ermöglichen. Nicht zuletzt schwebt über allem ja auch die betriebswirtschaftliche Rechnung eines potentiellen Investors. Selbst wenn es möglich ist, im Gebäude eine moderne Anlagentechnik mit der vorhandenen Bausubstanz zu vereinen, so werden es die Belange des Denkmalschutzes sicher nicht billiger machen.

Vermarktung ab September

Mit dem denkmalpflegerischen Gutachten ist laut Aussage des Liegenschaftsfonds nun eine sehr gute Voraussetzung für die Vermarktung des Hubertusbades gegeben. Im September wird man auf die ersten Immobilienmessen gehen und das Objekt dort anpreisen. In einem zweistufigen Verfahren werden dann die eingereichten Konzepte evaluiert. Erst bewertet der Liegenschaftsfonds die anhand des Exposés eingereichten Konzepte und dann werden die geeigneten Interessenten aufgefordert, diese an dem Ergebnis des denkmalpflegerischen Gutachtens auszurichten.

Im Ergebnis der Konferenz haben alle Teilnehmer nochmal betont, dass ihnen die Sicherung und Sanierung des Gebäudes an erster Stelle steht. Erst danach kommt als zweite Priorität der Betrieb als Bad.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.